Mit
Clemens Berndorfer, Sepp Brauchart, Charly Diwiak, Judith Gollob, Rebecca Hofer, Christoph Kugler, Anja Menzel, Elfi Moser, Gerd Wilfing, Thorsten Zerha
Regie
Horst A. Schirgi
Bühne & Kostüme
Barbara Diem-Fischer
Pressestimmen
Kleine Zeitung vom 22. Dezember 2000
Der Fall "Woyzeck". Ein Tritt ins Leben: Die Deutschlandsberger Büchner-Produktion zeigt mörderische Spiele.
Kaum ein Mittelschüler ist um Georg Büchners 'Woyzeck' und um die Standardfrage, ob das Stück noch zeitgemäß sei, herumgekommen. Und die Textgestaltung Büchners, hinausführend aus dem 'Sturm und Drang', sorgte und sorgt immer wieder für wissenschaftliche Dispute und Kontroversen. Wie auch immer. Unter profunder Regie von Horst A. Schirgi erhellt das 'Theaterzentrum Deutschlandsberg' mit der Inszenierung des Büchner-Stücks erneut Strukturen der Macht, des Opportunismus und gewalttätiger Entladung am Fall vom gegängelten Untergebenen, der sich 1821 in Leipzig tatsächlich zugetragen hat. Frösteln macht Sepp Brauchart in der Doppelrolle als hintertrieben-melancholischer Hauptmann und faschistoid-wirrer Arzt: zwei Seelen in einem Januskopf, die den Menschen zum Objekt degradieren und vernichten. Gerd Wilfing als Getretener, der mörderisch zurücktritt, und Anja Menzel als Opfer der Begierde verleihen der beeindruckenden Literaturumsetzung individuelle Züge. Schirgi reiht Büchners mit Wucht und Willkür hingeschleuderte Szenenfetzen in ein Unterdrückungsmechanismus auslotendes Gesamtbild (Bühne und Ausstattung: Barbara Diem-Fischer). Sehenswert. Oder, wie es bei Büchner heißt: 'Beachten Sie die Wirkung.'