Wenn man sich Bilder macht ohne wirklich hinzusehen...
In einem kleinen Ort im Tennessee der 70er Jahre leben die Bloombergs. Der Vater ist Lehrer an der Highschool, die Mutter brave Protestantin, die 5 Töchter Traumbild für die Jungs der Nachbarschaft. Als sich eines der Mädchen umbringt, richtet der ganze Ort seine Blicke auf das Haus der Bloombergs. Vermutungen und Verleumdungen führen zur Stigmatisierung der restlichen 4 Schwestern. Selbst die Jungs der Nachbarschaft, die vorgeben, die Mädchen zu lieben und retten zu wollen, verlieren sich in ihren Phantasien über sie.
Nachdem die Mädchen erkennen, dass sie immer weiter in Rollen gedrängt werden, die sie nicht spielen wollen, ergreifen sie drastische Maßnahmen, um sich zu befreien.
"Wir würden ja gerne leben, wenn man uns nur ließe." Ein Stück unverstandene Jugend.
Mit
Brauchart Hannah, Diwiak Irene, Müller Tanita, Prantl Anna, Wind Andrea, Buch Stephan, Diwiak Paul, Kotschar Alexander, Maier Stefan, Posch Oliver, Reinisch David, Windisch Johannes
Regie
Kiegerl Verena
Regie-Assistenz
Windisch Johannes
Bühne
Kügerl Francis
Kostüm
Diem-Fischer Barbara
Licht
Ortner Nina
Pressestimmen
Kleine Zeitung vom 9. November 2007
"Brillante Aufbereitung
Junge Truppe bringt „Die Selbstmordschwestern“ beklemmend nahe.
Ein rotes Autowrack, in dem vier Buben sitzen. Der Bühnenhintergrund ist schwarz verhüllt. „Totstarren“ hat bei Publikumseinlass schon begonnen und schockiert, wenn das Scheinwerferlicht die dunkle Transparentwand durchflutet und im Guckkasten-Zimmer ein Mädchen in seiner Blutlache erkennen lässt. So hervorragend Francis Kügerl das mulmige Ambiente gestaltet, so außergewöhnlich ist das Spiel nach Motiven aus Jeffrey Eugenides Roman „Die Selbstmordschwestern“. Professionell führt Verena Kiegerl die zwölf jungen Darsteller: Natürliche Lockerheit, atmosphärischer Ausdruck und knisternde Dichte machen die bigotte Enge einer Kleinstadt und deren verlorene Jugend nachfühlbar in der glänzenden Nachwuchs-Produktion, mit der die Kulturdomäne Deutschlandsberg erneut ganz vorne punktet.
Melancholisch hängen die Buben dem erschütternden, unerklärbaren Sommerereignis nach. Während die tote (leichenblass präsente) Rose auch ihre vier pubertierenden Schwestern in den Abgrund zieht. Selbstmord als zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen wird in sensibler Mission nicht ohne Witz behandelt."
ELISABETH WILLGRUBER-SPITZ