Mary ist eine Prinzessin. Sagt sie. Aussehen tut sie wie ein Kutscher. Und flucht mindestens genauso schlimm. Ein Prinz darf aber nur eine ganz echte Prinzessin heiraten. Aber woran erkennt man so eine?
Was dürfen Prinzessinnen, wie müssen sich Prinzen verhalten, was gehört sich für Mädchen, wann ist ein Mann ein Mann, und warum ist das eigentlich so wichtig? Warum darf man nie machen, was man möchte? Und wer bestimmt das eigentlich?
In „Die Prinzessin auf der Erbse“ geht es um das kritische Hinterfragen von Gesellschaftsnormen und Klischeevorstellungen, allerdings ohne den gefürchteten Zeigefinger zu erheben. Stattdessen werden alle Problematiken in eine heitere Geschichte verpackt, bei der das Lachen sicherlich auch nicht zu kurz kommt!
Mit
Engelbogen Karin, Maierhofer Petra, Weisi-Michelitsch Anja, Koch Alexander, Michelitsch Lukas
Autorin
Diwiak Irene
Regie
Brauchart Sepp
Regie-Assistenz
Truppe Lena
Bühne & Kostüm
Diem-Fischer Barbara
Bühnenbau
Kügerl Francis
Licht
Michelitsch Peter
Musik
Knopper Daniel
Pressestimmen
Weststeirische Rundschau, 08.02.2014
Prinzessinnen - gibt's die? Man erfährt es, wenn man dafür jung genug ist, wenn man sich offenen Herzens auch als Erwachsener einfach in die Welt der fantastischen Erzählungen, die an Ort und Zeit nicht gebunden sind, entführen lässt. Möglich macht das einmal im Jahr in Deutschlandsberg das Theaterzentrum, das unter der Regie von Sepp Brauchart Märchen zur Aufführung bringt. Heuer ist es die "Prinzessin auf der Erbse", sehr frei nach Hans Christian Andersen. Dieses "frei" ist gar nicht so einfach. Es soll kindgerecht mit einem Anflug von Ehrlichkeit sein, die, der Zeit entsprechend, gesellschaftliche Normen hinterfrägt, viel Humor aber zulässt. Irene Diwiak ist das vorzüglich gelungen. Die junge Autorin hat ihr außerordentliches Talent auch anderwärtig bereits vielfach bewiesen. "Alles aus einer TZ-Hand" könnte man meinen, denn auch die Musik stammt aus den eigenen Reihen - vom als Komponisten und Musiker tätigen TZ-ler Daniel Knopper. Hauptdarstellerin ist eigentlich die Erbse, die der feinfühligen Haut der temperamentvollen und unkonventionellen Prinzessin Katrin Engelbogen bekanntlich den Schlaf verdirbt, während sie - die Erbse - ihren Einsatz der arroganten, blasierten Königin Anja Weisi-Michelitsch und der unstandesgemäß verliebten Kammerzofe Petra Mairhofer verdankt. Was wäre jedoch ein Märchen ohne Prinzen! Und da gibt es sogar zwei an der Zahl - jung, schön und ebenfalls verliebt - Alexander Koch und Lukas Michelitsch - die sich - Mutter hin, Königin her - schließlich selbst für ihre Herzallerliebsten entscheiden. Ende? Nicht ganz! Aber mehr soll darüber nicht verraten werden. Viel und ehrlicher Applaus galt dem ganzen Ensemble und natürlich auch den Akteueren im Hintergrund.