Wutentbrannt fährt der Bürgermeister einer Kleinstadt in die Hauptstadt, um beim Minister gegen den Trassenbau der Eisenbahn zu protestieren. Denn endlich wird die Stadt ans Bahnnetz angeschlossen, aber der Bahnhof, so wiehert der Amtsschimmel, soll einige Kilometer vor der Stadt gebaut werden.

Ein herrliches Stück des bayerischen Volksschriftstellers Ludwig Thoma (1867 – 1921) über Courage, Opportunismus und Obrigkeitshörigkeit, fetzig heutig inszeniert in einer hoffentlich lauen Landsberger Sommertheaternacht!

Mit
Sepp Brauchart, Charly Diwiak, Kathrin Diwiak, Christoph Kugler, Astrid Maier-Ferra, Robert Reichel, David Reinisch, Larissa Semlitsch und Thorsten Zerha

Bühnenbau
Francis Kügerl

Kostüme
Barbara Diem-Fischer

Technik
Peter Michelitsch, Paul J. Diwiak

Regie-Assistenz
Lena Truppe

Regie
Alexander Mitterer

 Pressestimmen

Weststeirische Rundschau, 18. Juli 2015

Dampft oder dampft sie nicht ...

... die „Lokalbahn“ nach Deutschlandsberg, wird es hier einen Bahnhof geben oder hat gar das Hallenbad Vorrang? Eine leichte, bayrische Sommerkost serviert das Theaterzentrum Deutschlandsberg heuer anlässlich seiner Sommerspiele im Garten der Kunst- und Musikschule, einem Ort, der sich jedenfalls bestens dafür adaptieren ließ.

Als Ludwig Thoma sein Stück „Lokalbahn“ verfasste, gab es einen realen Hintergrund. Es ging um die umstrittene Trassenführung einer Bahn in Bayern. Ihm ging es in seiner „Bauernkomödie“ darum, das „phrasenhafte Wesen unserer Berufspolitiker und Menschen aus Fleisch und Blut auf die Bühne zu stellen und aus deren Charakteren heraus die wirklichen Schäden der Zeit zu schildern ..., im Ton eines Menschen, der nur lachend darauf hinweist ...“ Das war 1902! Wie passend auch noch heute! Zum einen was umstrittene Trassenführungen betrifft und zum anderen, dass sich doch auch die Menschen seither wenig geändert haben. In der Rolle des Anerkennung heischenden Bürgermeisters hervorragend Charly Diwiak, dem an Opportunismus und Obrigkeitshörigkeit auch fast alle anderen handelnden Personen dieses Stückes um nichts nachstehen. Regiegag der Sonderklasse Thorsten Zerha, der „Fast-Bräutigam Adolf“, eine Persiflage auf den anderen Adolf ..., die wunderbar gelungen ist.

Wen hervorheben, wen loben? Alle DarstellerInnen sorgten für eine turbulente Sommertheater-Auffühurng: Astrid Maier-Ferra als des Bürgermeisters Frau Anna, Larissa Semlitsch als dessen Tochter Eva, Sepp Brauchart als Major a.D. und des Bürgermeisters Bruder, Kathrin Diwiak als Schwägerin Frieda, Christoph Kugler und David Reinisch als Bürger der Stadt, sowie Robert Reichel als Personal Trainer und Redakteur.

Regisseur Alexander Mitterer, der auch die Textbearbeitung durchführte, ist nicht zum ersten Mal in Deutschlandsberg. Er inszenierte bereits u.a. „Kunst“ von Yasmina Reza sowie „Holzers Peepshow“ von Markus Köbeli und ist auch dem Fernsehpublikum als Darsteller des Kommissars Pfurtscheller in der Tatort-Reihe bekannt. Er hat dem Stück auch Lokalkolorit verliehen.