Landsberger Sommernachtsspiele 2026

Bezahlt wird nicht!

Eine Komödie von Dario Fo

Das theaterzentrum deutschlandsberg präsentiert diesen Sommer die bissige Kultkomödie „Bezahlt wird nicht!“ des italienischen Nobelpreisträgers Dario Fo.

1974 uraufgeführt, hat das Stück bis heute nichts an Brisanz verloren – im Gegenteil eher dazugewonnen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Arbeiterfamilien, die angesichts explodierender Lebenshaltungskosten ums tägliche Auskommen kämpfen. Als die Preise für Grundnahrungsmittel ins Unermessliche steigen, eskaliert die Situation: In einem spontanen Akt der „Selbstbedienung“ plündern die Frauen des Stadtviertels die Supermärkte – und müssen ihre Beute fortan vor Polizei und Ehemännern gleichermaßen verstecken. Wie sie das tun? Nun ja, sagen wir so: Wie von Zauberhand scheinen sie allesamt plötzlich schwanger zu sein.

Was folgt, ist eine rasante Komödie voller Verwirrung, Witz und überraschender Wendungen. Ein absurd komischer Theaterabend, dem es dennoch nicht an scharfer Gesellschaftskritik mangelt.

Mit
Johanna Aldrian, Laura-Marie Kumpitsch, Lena Pöltl, Gerd Wilfing und Fabian Wolf

Bühne & Technik
Francis Kügerl

Kostüme
Florentina Degiampietro

Regie-Assistenz
Melina Toth

Regie
Simon Scharinger

Aufführungsrechte: Kaiser Verlag, Wien


Termine & Spielorte:

03. (Premiere), 04., 10. und 11. Juli 2026
Weingarten Kollar-Göbl, Burgstraße 12, 8530 Deutschlandsberg PLAN

16. und 17. Juli 2026
Rauch-Hof, Wald-Süd 21, 8510 Stainz

24. und 25. Juli 2026
Weingut Koller, Felbaum 35, 8524 Bad Gams

Beginn jeweils 20:15 Uhr

Hinweis:

Muss die Vorstellung witterungsbedingt abgebrochen werden, gilt folgende Regelung:
Grundsätzlich behalten die Karten ihre Gültigkeit!
Bei Abbruch der Vorstellung vor der Pause wird der Kartenpreis auf Wunsch erstattet, bei Abbruch der Vorstellung in bzw. nach der Pause behalten die Karten ihre Gültigkeit für eine der folgenden Vorstellungen! (Wir bitten um rechtzeitige Reservierung!)

 Pressestimmen

Kleine Zeitung, 14. Juli 2026

Immer noch ein Megahit
Dario Fos „Bezahlt wird nicht!“ ist noch immer aktuell.

Als Sommernachtsspiel tanzt das Stück aus dem Jahr 1974 erfrischend frech aus dem Kanon gängiger Freiluftkost und begeistert das Publikum am Weinberg unterhalb der Deutschlandsberger Burg. Preise und Arbeitslosigkeit sind horrend gestiegen, die Lebenshaltungskosten nicht mehr leistbar. In einer Spontanaktion greifen hunderte Hausfrauen zur Selbsthilfe und überfallen einen Supermarkt. Mit Einkauf zum Null-Tarif wird Rache an den Wucherern, Gaunern und Spekulanten geübt. Köstlich bringt das Landsberger Quintett unter Simon Scharinger die spritzige Komödie über die Rampe.
Neben Vollblut Gerd Wilfing als Polizist, Carabiniere und Alter besticht Lena Pöltls Antonia sympathisch keck. Mit luftig schneller Sprache, die das Stück unbedingt erfordert, hält sie die Handlung grandios am Höhepunkt. Eindeutig eine Theaterreise wert! EWS

* * *

kuma.at, 27. Juli 2026
https://kuma.at/magazin/beitrag/kritik-bezahlt-wird-nicht-theaterzentrum-deutschlandsberg-2026-07-25

(…) Der eigene Mann als größeres Problem als die Polizei

Wenn dann auch noch die von Lena Pöltl großartig überdreht und voller Energie gespielte Antonia, die sich pragmatisch und mit Durchsetzungsvermögen durchs Leben schlägt, auf ihren zwar überzeugten linken, aber äußerst gesetzestreuen Gatten Giovanni, von Fabian Wolf glaubwürdig naiv verkörpert, trifft, macht das die Situation noch schwieriger, denn so muss sie die Lebensmittel nicht nur vor der Polizei, sondern auch vor ihm verstecken. Antonias Gabe, spontan Geschichten zu erfinden, rettet sie zwar immer, aber in dem dabei entstehenden Durcheinander zieht sie auch noch andere Menschen mit hinein. Und steckt auch ihre Freundin Margherita, die von Johanna Aldrian anpassungsfähig und mit großer Frustrationstoleranz gespielt wird, in Schwierigkeiten, wobei sie zwar Antonias Anweisungen folgt, aber sich zumindest gelegentlich einen Widerspruch anmerken lässt. So gerät die Idee, die gestohlenen Lebensmittel am Körper zu verstecken, und so eine Schwangerschaft vorzutäuschen, zunehmend außer Kontrolle.

Da ihr Mann Giovanni nicht die hellste Kerze auf der Torte ist, gelingt es Antonia, ihr Geheimnis vor ihm zu bewahren. Sie muss schließlich seine Ideale ins Leben übersetzen, und den alltäglichen Geldmangel managen. Und wer hatte nicht schon einmal Lust auf ein Süppchen mit Sittichfutter und Kaninchenköpfen? Schließlich ist Tierfutter deutlich günstiger als normale Lebensmittel. Wenn sie dann noch den Schweißbrenner ihres Mannes zum Anzünden des Gasherdes benutzt, halten alle im Publikum kurz den Atem an. Margheritas Mann Luigi (Laura-Marie Kumpitsch souverän in ihrer Männerrolle), der auch mit ihrem Mann Giovanni befreundet ist, ist zwar etwas von der Schwangerschaft seiner Frau überrascht, doch auch er fügt sich schuldbewusst den „Tatsachen“.

In der Situation der Ausgeliefertheit keimt so das Pflänzchen der Revolution und des Systemumsturzes mit einem der Revolution gar nicht abgeneigten Polizisten, einem systemtreuen Carabinieri und einem leicht dementen Vater, die einander alle ziemlich ähnlich zu schauen scheinen (Gerd Wilfing – wandlungsfähig von ruhig über bestimmt bis zu überdreht). Denn in der Ausweglosigkeit wird nicht nur eine verrückte Heilige eilig erfunden, sogar Giovanni lässt sich zu einem Diebstahl hinreißen.

Die Inszenierung ist turbulent, absurd komisch und zeigt, dass man für seine Rechte und für Verteilungsgerechtigkeit kämpfen muss. Das scheint gleich aktuell zu sein wie zur Entstehungszeit des Stückes 1974. Es ist ein Spiel zwischen Recht und Gerechtigkeit, zwischen Unvermögen und Vermögen und zwischen Täuschung und Wahrheit in einem System, in dem der Einzelne den Interessen des globalisierten Unternehmertums kaum etwas entgegensetzen kann. Lena Pöltl als Antonia trägt die Inszenierung der sie umschwirrenden Figuren, und es ist eine Freude, ihr dabei zuzusehen, wie sie die anderen auf Trab hält – mit einem Text, dessen gewaltiger Zynismus die bittere soziale Wahrheit nicht verbirgt. Im Nachklang an die Fußball-WM könnte man sagen: Die gute Grätsche zur rechten Zeit.
Robert Goessl

 Termine

Fr., 03. Juli 2026 | 20:15 Uhr Premiere!

Sa., 04. Juli 2026 | 20:15 Uhr

Fr., 10. Juli 2026 | 20:15 Uhr

Sa., 11. Juli 2026 | 20:15 Uhr

Do., 16. Juli 2026 | 20:15 Uhr

Fr., 17. Juli 2026 | 20:15 Uhr

Fr., 24. Juli 2026 | 20:15 Uhr AUSVERKAUFT!

Sa., 25. Juli 2026 | 20:15 Uhr AUSVERKAUFT!

 Spielort

diverse Spielorte

 Dauer

ca. 100 min. | 1 Pause

 Medien