Stückbearbeitung Raimund Wallisch
In der Umsetzung der Apokalypse in der Bearbeitung von Raimund Wallisch wird auf eine Dramatisierung im eigentlichen Sinn verzichtet. Der Text bleibt wie er ist, wird nur dramaturgisch bearbeitet, das heisst z.B. gekürzt oder ineinander verschachtelt. Der sprachlichen Wucht des Textes wird keine szenische/bildliche Umsetzung entgegengesetzt. Nicht vordergründig. Vielmehr geht es darum, sich in chorischer Form dem Text zu stellen und ihm sprachlich gerecht zu werden.
Mit
Eitzinger Traude, Erklavec Hanna, Imeri Nazife, Imeri Shzipe, Klug Julia, Kniepeiss Sabine, Leski Simone, Malli Sandra, Reinbacher Sarah, Reiterer Lisa, Schmelzer-Zingler Christa, Sternad Esther, Weisi Pia, Zach Julia, Berndorfer Clemens, Kugler Christoph, Wilfing Gerd
Regie
Wallisch Raimund
Regie-Assistenz
Schöner Birgit
Bühne & Licht
Schneebacher Martin
Pressestimmen
Kleine Zeitung vom 24.1.2004
Das Fürchten lehrt ein blutiges Schauerlebnis
Raimund Wallisch weckt mit Vulkankraft die Sinne
DEUTSCHLANDSBERG. Weihrauchnebel liegt in der Luft, wenn 17 Akteure unter schwarzen Kapuzenkutten in die dunkle Schmiede des Theaterzentrums pilgern und chorisch die Offenbarung des Johannes skandieren. Wie in der alten Liturgie, zählt allein die Wucht des gleich tönenden Wortes. Wobei Raimund Wallisch, der schon beim „Faust“-Projekt seine eigenwillige Handschrift bekundete, die kulturelle Wurzel der Luther-Übertragung mit klassischem Klavierspiel, Volkslied, Song und sektiererischem Frohlocken der Hare Krishnas durchbricht (Gesangschöre: Christa Schmelzer-Zieringer, Pia Weisi). Auch Martin Buber und fremdsprachige Übersetzungen werden zitiert. – Kein Theater im gewohnten Sinn bietet das Schau- und Hörerlebnis, das mit deftigen Kampfszenen, Blutregen, Schreien und Fußstampfen das Fürchten vor der „Apokalypse“ im gewalttätigen irdischen Jetzt wie im Jenseits lehrt. Jubel bei der Premiere.
ELISABETH WILLGRUBER-SPITZ