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Der Gott des Gemetzels

von Yasmina Reza

Wenn zwei Buben sich streiten, und dabei ein Zahn verloren geht, dann treffen sich die Eltern, um die Angelegenheit zivilisiert zu regeln – möchte man meinen. Denn was als kultivierter, versöhnungsambitionierter Nachmittag bei Kaffee und Kuchen beginnt, wird unversehens zum bitterbösen Wortgefecht: Kleine Sticheleien zwischen den Ehepaaren wechseln mit innerehelichen Generalabrechnungen und aus Anspielungen werden handfeste Auseinandersetzungen, die die Rauferei der Kinder wie eine Bagatelle erscheinen lassen.
Yasmina Reza lotet in ihrer Erfolgskomödie die bürgerlichen Be- und Erziehungshöllen mit messerscharfem Sprachwitz und erbarmungsloser Treffsicherheit aus, so dass neben aller politischen Korrektheit und dem Bemühen um Konsens auch ein Hamster auf der Strecke bleibt.

Mit
Daniel Knopper, Simone Leski, Gerd Wilfing und Julia Zach

Bühne / Kostüme
Barbara Diem-Fischer

Bühnenbau
Francis Kügerl

Licht
Peter Michelitsch

Produktionsleitung
Gerd Wilfing

Regie-Assistenz
Katrin Engelbogen

Regie
Marc Lippuner

Pressestimmen

Steirer Krone, 02.10.2013:

Vier im Hamsterkäfig
Es ist eines der meistgespielten Stücke der vergangenen Jahre, mit dem das Theaterzentrum Deutschlandsberg einen hervorragenden Start in die neue Saison hinlegt: In Yasmina Rezas Kammerspiel "Der Gott des Gemetzels" treffen zwei Elternpaare aufeinander, die der gewalttätigen Auseinandersetzung ihrer Söhne mit zivilisierten Argumenten beikommen wollen - und kläglich scheitern. In einem stilisierten Hamsterkäfig lässt Regisseur Marc Lippuner das Quartett in diversen Konstellationen aufeinanderprallen und führt sie dabei ganz nahe an die Grenze zur Unmenschlichkeit. Daniel Knopper, Simone Leski, Gerd Wilfing und Julia Zach haben ihre Figuren leicht überzeichnet und können sie so wunderbar zwischen Komödie und Tragödie hin und her springen lassen. Zu sehen bis 12. Oktober. CH


Weststeirische Rundschau, 04.10.2013:

Die TZ-ler haben sich wieder einmal selbst übertroffen. Es war sicherlich für sie nicht ganz einfach, sich für ein Stück zu entscheiden, das bereits mit bekannten Schauspielern verfilmt wurde. "Der Gott des Gemetzels" von Yasmina Reza hat trotz der ungeheuer giftigen Wortgefechte der Protagonisten hohen Unterhaltungswert. In der TZ-Produktion finden wir neben den hervorragenden Schauspielern Daniel Knopper, Simone Leski, Gerd Wilfing und Julia Zach auch Regisseur Marc Lippuner, der auch diesmal wieder eine exzellente Arbeit abgeliefert hat. Daher "5x ausgezeichnet!"
Eigentlich beginnt alles ganz harmlos, kultiviert, als sich zwei Elternpaare bei Kuchen und Kaffee treffen, um zivilisiert die Angelegenheiten um den Streit der Söhne, bei dem zwei Zähne verloren gegangen sind, zu regeln. Was im Plauderton seinen Anfang nimmt, endet mit einer Zurschaustellung innerehelicher Probleme und wird zum Schlachtfeld! Höllisch böse, für das Publikum aber äußerst amüsant!
Besserhätte man die Rollen nicht besetzen können. Daniel Knopper, der bei Gelegenheit "hamstermordende" Ehemann auf der einen, der dauertelefonierende, kühle Anwalt, den Gerd Wilfing verköpert, auf der anderen Seite. Als die jeweils zugehörigen Damen brillieren Simone Leski (alle Achtung - die Szene als die bereits betrunkene Ehefrau war grandios) sowie Julia Zach, die "Gutfrau" mit Afrikabetroffenheit. Alle vier beweisen ihre Wandlungsfähigkeit, die man von guten Schauspielern in einem derartigen Stück erwartet, in einem Stück, das "jenes zusätzliche Licht auf das Leben wirft, das unserem Dasein ein bisschen Glanz verleiht" (Yasmina Reza zu "Der Gott des Gemetzels"). Erwähnenswert noch das schlichte Bühnenbild von Barbara Diem-Fischer, das diese Erfolgskomödie auch verlangt. Bereits nach dem Film hatte man sich die Frage gestellt, wie man (gemeint sind die Schauspieler) in einem Stück mit so schlechten Menschen nur so "gut" sein könne. Diese Frage ist auch in der neuen TZ-Produktion angebracht!


Kleine Zeitung, 09.10.2013:

Wenn im Spiel die Masken fallen
DEUTSCHLANDSBERG. Fast könnte aus der Elternaussprache Freundschaft werden, nachdem ein Sohn dem anderen zwei Zähne ausgeschlagen hat. Doch in Yasmina Rezas Erfolgstext „Der Gott des Gemetzels“ fallen die Masken. Simone Leski pfeift nach einigen Gläsern auf Haltung und sagt, was ihr über die Leber läuft. Statt für zivilisierten Umgang kämpft Julia Zach mit den Fäusten. Daniel Knopper wechselt im Beziehungskrieg von Soft-Tour auf Hardcore gegen Gattin und Gäste. Und der handyfixierte Gerd Wilfing sieht seinen Glauben an den Titel-Gott bestätigt. Volltreffer eines Super-Teams unter Marc Lippuner. ELI SPITZ

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