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Babel

von Thorsten Zerha

Ein Gebäude, ein Turm, ein Stück Hoffnung einer Menschheit mitten drin im Nirgendwo. Hier kommen Ängste, Sorgen und nie enden wollende Erwartungen zusammen, treffen sich, sitzen am wärmenden Feuer vor dem Turm. Streiten. Wetteifern darum, auch einsteigen -, die Treppen hochsteigen zu dürfen, um etwas zu erreichen; doch noch. Nicht in der Vergessenheit verloren zu gehen. Abgenutzte Mantras überdenkend, allen Warnungen trotzend wird hier dem Unerreichbaren entgegengebaut. In Babel.

Mit
Sepp Brauchart, Charly Diwiak, Felix Hafner, Julia Jakob, Sabine Kniepeiss, Christoph Kugler, Franziska Schramm und Julia Zach

Bühne
Francis Kügerl

Kostüme
Sandra Malli

Technik
Peter Michelitsch

Video-Technik
Paul Diwiak

Dramaturgie
Pia Weisi

Produktionsleitung
Gerd Wilfing

Text & Regie
Thorsten Zerha

Pressestimmen

Steirer Krone, 03.10.2010:

Utopie von der Utopie
Eine mit vielen modernen Assoziationen angereicherte Version der biblischen Erzählung vom Turmbau zu Babel hat Autor/Regisseur Thorsten Zerha für das Theaterzentrum Deutschlandsberg verfasst. Sehenswert!
Der Papst, Galilei, eine Sozialistin, eine Managerin, ein Korporal und drei weitere Figuren bewohnen Babel. Ihre Philosophien über das Ziel im Leben reiben sich bis zu dem Punkt, als das Trinkwasser knapp wird. Sie beginnen zu bohren und stoßen auf Öl, was die Misere weiter verschärft. Welche Utopien existieren noch, wenn scheinbar alles möglich ist? Diese Frage spielt Zerha mit guten Darstellern auf einer effektvollen Bühne durch. Dass er dabei oft etwas viel will (Doppelungen per Video), kann man ihm vorwerfen. Andererseits ist gerade diese Überladung schlüssig. CH

 

Weststeirische Rundschau, 08.10.2010:

„Babel ist real“
Das TZ kann sich glücklich schätzen, hoffnungsvolle junge Autoren in ihren eigenen Reihen zu wissen, deren Stücke auch anderswo durchaus erfolgreich aufgeführt werden.
„Babel“ von Thorsten Zerha ist nicht der erste Text des gebürtigen Deutschlandsbergers, der heute in Wien lebt und dort Theaterwissenschaften studiert. Theaterfreunde kennen schon einige seiner Stücke, die im TZ und in Graz zur Aufführung gelangten, wie „dazwischen“, „Leberfrosch“ oder „Nibelungenhort“. Auch als Akteur sah man ihn auf der Bühne. MIt „Babel“ dürfte dem Autor seine bisher dichteste Arbeit gelungen sein, bei der er auch Regie führt. Straff, trotz einer Länge von fast zwei Stunden, in denen die Darsteller einen anspruchsvollen Text zu bewältigen haben.
„Babel“ ist ein Symbol für Hoffnung, Hoffnung von Menschen im Nirgendwo, Symbol für ein Nichteinhaltenkönnen von Versprochenem, einem Nichtfunden von Erwartete bis hin zum Scheitern.
Souverän wie immer Sepp Brauchart als Papst, Julia Zach als Julchen und Charly Diwiak als Galilei. Durchaus gute Leistungen auch von den übrigen Darstellern Julia Jakob, Sabine Kniepeiss, Franziska Schramm, Christoph Kugler und Felix Hafner, die auf einer effektvollen Bühne über das Ziel im Leben philosophieren, bis etwas ganz Elementares zu Ende geht, nämlich das Wasser. Mehr sollte jedoch nicht verraten werden. Erstmals für das TZ hat Francis Kügerl, der für die Bühnenrealisierung zuständig war, für „Babel“ eine Drehbühne installiert. Paul Diwiak Videoeinspielungen unterstreichen durch eine Verdoppelung der Turmvorkommnisse Eindrücke und damit die Aussage.

 

Kleine Zeitung, 09.10.2010:

Über die Bedeutungssucht
Leistungsdruck steht in „Babel“ dem Nichts gegenüber.
DEUTSCHLANDSBERG. Eigentlich befinden wir uns im Nichts. Utopia, Platons Staat, Galilei und der Papst, Sozialismus, Weltwirtschaft und Wien sind nur einige Bausteine in „Babel“ von Thorsten Zerha (Text, Bühne, Regie). „Ruhm, Anerkennung und Bedeutung“ rangieren in dem Stück ganz oben auf der Werteskala.
Grandios die gefinkelte Wohnturm-Drehbühne vor Videokunst (Paul Diwiak). Herausragend die acht vorwiegend jungen Darsteller und Darstellerinnen im Plot aus krankhaftem Streben. Leistungsdruck und Gesellschaftskritik.
Eine fesselnd kluge, Reflexionen anregende Produktion. EWS

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