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Othello

nach William Shakespeare

Wenn Teufel schlimmste Sünden fördern woll'n,
Verführ'n sie anfangs erst mit Heil'genschein.“

König, Dame, zwei Bauern und ein Spieler … Zug um Zug zieht sich das Netz aus Manipulation und Intrige enger zusammen.

Unbarmherzig zerbrechen Liebe, Treue, Vertrauen und Loyalität durch bloße Worte.
Extreme menschlichen Verhaltens.

Das theaterzentrum deutschlandsberg zeigt Shakespeares bekannte Tragödie über Eifersucht und Wahn fesselnd reduziert.

Mit
Katrin Engelbogen, Simon Olubowale, Christoph Schlag und Lena Truppe

Regie-Assistenz
Simone Leski

Textbearbeitung & Regie
Gerd Wilfing

Pressestimmen

Kronen Zeitung, 8. Oktober 2012:

"Othello" im TZ Deutschlandsberg:
Schach mit Jago

Als eine Partie Schach inszeniert Gerd Wilfing Shakespeares "Othello" im TZ Deutschlandsberg. Zug für Zug lässt er den Spielführer Jago die Intrigen spannen, bis der schwarze König fällt. Schlicht, schlüssig und auf angenehme 70 Minuten gekürzt, ist dieser "Othello" noch bis 20. Oktober zu sehen.
Ein emotional abgeschoteter und eigentlich völlig grundlos agierender Jago ist der Spielführer in dieser Inszenierung - eine Rolle, der Christoph Schlag famos den kühlen Atem der Bedingungslosigkeit einhaucht. Er hat alle unter Kontrolle: Simon Olubowales hilflos aufbrausenden Othello, Katrin Engelbogens gutgläubig schwelgende Desdemona. Und auch Rodrigo und Cassio (in einer Doppelrolle: Lena Truppe) machen nur jene Züge, die Jago vorgibt.
Regisseur Gerd Wilfing hat durchaus großzügig gekürzt, wodurch sich zwar hie und da kleine Unschärfen ergeben, en gros aber alles vorhanden bleibt, was ein guter Shakespeare braucht.
Die Inszenierung lebt von einfachen Ideen in Regie, Bühnenbild und Kostüm. Diese sind mit Konsequenz ausgearbeitet und resultieren in einer sowohl dramaturgisch als auch emotional sehr dichten Arbeit.
Dass es in dieser Schachpartie letztlich keine Sieger geben kann, liegt in der Natur der Shakespear'schen Sache. Eine um die andere Figur fällt und muss das Spielfeld des Lebens verlassen.
Christoph Hartner


Kleine Zeitung, 11. Oktober 2012:

DEUTSCHLANDSBERG. Knapp fällt der „Othello“ in der Textbearbeitung und der sachlichen Inszenierung von Gerd Wilfing aus. Der zeichnet auch für den Schachbrettboden im trotz Summen und chorischer Ansätze eher narrativen Schwarz-Weiß-Spiel. Wie Marionetten stolpern die auf vier Personen und fünf Rollen reduzierten Shakespeare-Figuren in die Katastrophe.
Fokussiert wird Diabolo Jago, den Christoph Schlag beeindruckend als aalglatten Intriganten mimt. Eiskalt zieht dieser die Fäden, ohne die Miene zu verziehen. Zug um Zug schürt der Freundfeind beim Titelhelden, dargestellt von Simon Olubowale, die Eifersucht bis zur Weißglut. Ein perfider Verführungskünstler, dem kein Abgrund zu tief ist.
Elisabeth Willgruber-Spitz


Weststeirische Rundschau, 12. Oktober 2012:

Wieder eine "Sternstunde" im TZ
Schwarz-weiß, dem Schachbrett gleich, der Boden, schwarz-weiß die Würfel, schwarz-weiß die Kleidung der vier SchauspielerInnen, ein rotes Tuch und ein Schachspiel - das schlichte Umfeld einer infamen Lügengeschichte, einer Geschichte von Intrigen und dem Tod. Shakespeares "Othello", hervorragend inszeniert von Gerd Wilfing, von dem auch die komprimierte Textfassung stammt, ist dzt. auf der TZ-Bühne zu sehen. Vorweg - einfach sehenswert!
Den Inhalt kennt man. Vielfach im Laufe der Jahre interpretiert, finden wir alle Schwächen, die auch den Menschen von heute nicht fremd sind: Neid, Missgunst, Eifersucht, bis hin zum Mord. Hauptfigur ist der rachsüchtige Jago, eine Paraderolle für Christoph Schlag, der diese ganz hervorragend meistert. Er zieht die Fäden, führt Othello, den "Schwarzen" - souverän Simon Olubowale - in die Irre und lässt ihn zum Mörder seiner geliebten, unschuldigen Frau Desdemona - Katrin Engelbogen - werden. In einer Doppelrolle Lena Truppe als Rodrigo und Cassio. Sie alle liefern emotional dichte, das Publikum fesselnde 70 Minuten, in denen in moderner Version klassisches Theater vom Feinsten geboten wird.
Begrüßenswert ist, dass auch Schulklassen diese Produktion sehen konnten und damit auch mit Weltliteratur "live" und Shakespeares wunderbarer Sprache in Berührung kommen konnten!

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