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Leonce und Lena

Landsberger Sommernachtsspiele 2005

nach Georg Büchner

„Neugier im Gepäck“

Der norddeutsche Regisseur Julius Seyfarth (29) inszeniert die diesjährigen Landsberger Sommernachtsspiele.

Julius Seyfarth, du stammst aus Rostock, lebst und arbeitest in Hamburg. Was treibt dich vom Meer zum Theatermachen in die Hügel der Weststeiermark?

J.S.: Mit einem Wort: Neugier. Für mich ist jeder Kontrast spannend, verspricht er doch unterschiedliche Wahrnehmungen, die sich gegenseitig bereichern können. Das gilt auch im Bezug auf das Stück, das wir hier spielen werden...

..."Leonce und Lena" von Georg Büchner...

J.S.: "L & L" - das klingt ja zunächst nach perfekter Harmonie. Tatsächlich handelt die Geschichte allerdings von zwei Menschen, die voreinander fliehen. Erst als sie einander in ihrer Unterschiedlichkeit kennenlernen, finden sie zusammen.

Eine Liebesgeschichte also?

J.S.: Das Stück ist eine Märchenkommödie mit bissigem Kern. Ein gelangweilter Prinz und eine romantische Prinzessin fliehen unabhängig voneinander aus ihren Schlössern, weil sie zwangsverheiratet werden sollen, einander aber nicht kennen. Irgendwo zwischen beiden Königreichen begegnen sie sich und entdecken im jeweils anderen das Ziel ihrer Sehnsucht. Büchner verbindet damit eine Sozialkritik, die sich gewaschen hat.

Das dem Stück vorangestellte Motto fragt: "Und der Ruhm? / Und der Hunger?".
Ein Hinweis auf diesen Aspekt?

J.S.: Ganz sicher. Es wäre falsch, Büchners politische Aussage zu ignorieren. Ein Hauptanliegen meiner Inszenierung wird es daher sein, diesen Aspekt auf das Hier und Jetzt zu übertragen.

Was reizt dich besonders daran, in Deutschlandsberg zu inszenieren?

J.S.: Dies ist meine erste Open Air Produktion. Das Fremde macht natürlich einen Reiz aus. Wie schon erwähnt, habe ich jede Menge Neugier im Gepäck und natürlich auch das eine oder andere, was hier Neugier wecken kann. Wenn die Beteiligten bei so einem Projekt neugierig aufeinander treffen, eröffnet das kreative Räume in denen anspruchsvolles Theater entstehen kann. Zudem bin ich auch auf das Publikum gespannt.

Welchen Eindruck hast Du bei Deinem ersten Besuch in Deutschlandsberg vom TZ gewonnen?

J.S.: Von meiner Studienkollegin Susanne Reifenrath, die ja voriges Jahr
hier "Liliom" inszeniert hat, hörte ich erst vom hiesigen Theaterzentrum. Susanne schwärmte geradezu von der Spielfreude und dem Enthusiasmus mit dem hier kontinuierlich Theater gemacht wird. Dieser Eindruck hat sich heute im Zusammentreffen mit den Leuten aus den verschiedenen Generationen des TZ bestätigt. Auch die feste Spielstätte mit ihrer guten Ausstattung und Infrastruktur ist bemerkenswert und bestimmt etwas ganz Besonderes.

Mit
Anita Aichholzer, Sepp Brauchart, Charly Diwiak, Irene Diwiak, Klara Harden, Martin Hasewend, Nazife Imeri, Daniel Knopper, Pia Krejac, Simone Leski, Sarah Reinbacher, Ilse Spieler, Verena Suppan und Gerd Wilfing

Ausstattung
Julia Klug, Linde Krainer

Produktionsleitung
Gerd Wilfing

Regie-Assistenz
Julia Zach

Regie
Julius Seyfarth

Pressestimmen

Kronen Zeitung vom 3. Juli 2005:

Lustspiel - das bedeutet bei den Landsberger Sommernachtsspielen auch Lust am Spiel. Mit ihrer Produktion von Georg Büchners "Leonce und Lena" können die vorwiegend jugendlichen Darsteller des Theaterzentrums Deutschlandsberg im Areal des Jugendgästehauses ihr Publikum allerbestens unterhalten. Die Regie von Julius Seyfarth ist ausgesprochen originell, die Darsteller - allen voran Daniel Knopper und Gerd Wilfing - sind in toller Spiellaune. Sehenswert!

 
Kleine Zeitung vom 6. Juli 2005:

Der Vormärz auf der Wiese
Eine junge Crew auf den Pfaden von Georg Büchner.
DEUTSCHLANDSBERG. Mit seichter Unterhaltung haben die Landsberger Sommernachtsspiele nichts am Hut. Das junge Ensemble unter Julius Seyfarth hat die politische Liebesgeschichte "Leonce und Lena" von Büchner als Herausforderung zu moderner Adaption gewählt. Auf den Pfaden des Vormärz-Radikaldenkers werden Innenhof und Grünareal des Jugendgästehauses zur Spielwiese gesellschaftlicher Erneuerung. Mit amüsanten Momenten und schulmeisterlichen Einlagen (Sepp Brauchart). [...] EWS

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