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Julius Cäsar

Jugendtheaterproduktion

frei nach William Shakespeare

Und jetzt? Und weiter?
Und ist Tyrannenmord ein Kavaliersdelikt? Und war Cäsar ein Tyrann?
Und was sagt die dazu, um die es hier eigentlich gehen soll: Die Allgemeinheit?

Ein Stück, das sich in der Antike zugetragen hat, in der Renaissance geschrieben wurde und heute moderner ist denn je. Heute sind es nicht mehr die noblen Aristokraten, die sich erheben, sondern die Jungen.
Und die sind es auch, die diesen alten Text erlernen, erarbeiten, erfinden werden – im Kontext einer Zeit, wo Londons Vororte direkt an die Arabischen Länder grenzen.

16 Darsteller im Alter von 14-20 Jahren begeben sich in dieses zeitlose Chaos aus Recht und Unrecht, Gehorsam und Revolution, Macht und Ohnmacht, und viel Krieg bei dem Versuch, ein wenig Frieden zu stiften.

Mit
Paul Diwiak, Katrin Engelbogen, Julia Kleinhapl, Alexander Koch, Anna Maier, Lukas Michelitsch, Anna Miklavc, Nicole Praßl, Robert Reichel, David Reinisch, Christina Resch, Lisa Reiterer, Larissa Semlitsch, Florian Trinkl, Lena Truppe und Peter Weiss

Bühne/Kostüme
Team

Bühnenbau
Francis Kügerl

Technik
Francis Kügerl

Produktionsleitung
Gerd Wilfing

Textbearbeitung & Regie
Irene Diwiak & Felix Hafner

+++ Die Produktion wurde zum Festival "Junge Burg" am Burgtheater Wien eingeladen! +++

Pressestimmen

Steirer Krone, 03.2012:

Im moralischen Niemandsland
Es gibt nichts schöneres, als einen Bösewicht, der seine Strafe bekommt. Doch hat Julius Cäsar in Shakespeares gleichnamigem Stück den Tod wirklich verdient? Und welche Bedeutung hat das Stück über einen Tyrannen der Antike heute? Dieser Frage gehen Irene Diwiak und Felix Hafner im TZ Deutschlandsberg nach.
(…) Ein Stoff aus der Antike, verarbeitet von einem Renaissance-Autor und aufgeführt auf einer Bühne der Gegenwart. Diese drei Ebenen versuchen Diwiak und Hafner in ihrer Inszenierung unter einen Hut zu bringen. Das junge Darstellerteam ist vor allem dann stark, wenn es den Stoff ironisch brechen und dadurch ein Stück seiner Gegenwart erzählen kann. (…) CH

 

Der Standard - Junge Burg Spezial, 23./24.06.2012:

Tod aus der Sprühdose
Politisches Bewusstsein in „Julius Cäsar“
Wien. - In blutrot verschmierten Graffiti-Lettern steht „Hüte dich vor des Märzen Iden“ auf der Rückwand der Bühne im Akademietheater. Daneben hängen schlampig plakatierte Portraits eines jungen Mannes, der etwas zu bemüht gewinnend aussieht. Das Wort „Hope“ prangt über seinem Haupt.
Was an aufgesetztes Politikerlächeln in Wahlkampfkampagnen erinnert, zeigt in der Produktion des Theaterzentrum Deutschlandsberg die Fratze von Julius Cäsar. Im gleichnamigen Stück - frei nach William Shakespeare - präsentiert sich der Tyrann in zeitgenössischer Freizeitpolitikerkleidung (Jeans und supersauberes Hemd) und schwingt, alle Warnungen einer bevorstehenden Gefahr ignorierend, stolze Reden. Schließlich soll er, auf Vorschlag von Antonius, von den römischen Senatoren zum König gewählt werden. Doch während ihm das Volk zujubelt, hetzen die Volkstribunen gegen den Anführer, der nun eine tyrannische Alleinherrschaft übernehmen soll.
Cassius, in der Deutschlandsberger Version eine Frau, ist es bereits gelungen, angesehene Römer, darunter den edlen und gebildeten Brutus, zu einer Verschwörung gegen Cäsar zu vereinigen. „Kampfemanze“ spuckt dieser verächtlich aus, wenn er auf Cassius angesprochen wird.
Es gelingt den Verschwörern, den verhassten Anführer zu ermorden. Mit Lackdosen bewaffnet sprüht jeder und jede einen roten Fleck auf Cäsars weißes Gewand bis dieser regungslos im Sand (eine Bühnenhälfte ist mit Sand aufgeschüttet) versinkt.
Wenn Cassius und Brutus Zweifel plagen, ob sie mit der Ermordung des Diktators das richtige für das Volk getan haben, wenn das Volk zuerst den Verschwörern Glauben schenkt und nach einer rührenden Rede von Antonius doch wieder Cäsar für gut hält und letztendlich fast alle im Konflikt verwickelten am Sprühdosentod sterben, dann wird die Aktualität der Geschichte und das vermittelte politische Bewusstsein deutlich.
Elisa Weingartner

Medien