Wir setzen Cookies ein, um unsere Dienste zu erbringen und laufend zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Seite akzeptieren Sie Cookies. Weitere Infos finden Sie hier. Ich stimme zu.

Holzers Peepshow

von Markus Köbeli

Markus Köbelis "Holzers Peepshow" darf zurecht schon als Klassiker der modernen Volkskultur bezeichnet werden.

Die Holzers - eine Bergbauernfamilie mit Erbhof. dort, wo die Welt noch in Ordnung ist!
Dort, wo die Generationen freundlich miteinander unter einem Dach leben und jeder um seine Aufgabe in der Familie weiß!
Eine Idylle mit leider nur noch einer Kuh im Stall und Touristenhorden, die auf ihrem Weg zur Bergspitze bei Holzers nur ihre Notdurft verrichten.
Da hat Hans Holzer jr. im letzten Moment eine geniale Idee: Eine Peepshow der besonderen Art, bevor das Bauernsterben auch sie zum aufgeben ihrer Scholle zwingt.

Ein saukomisches Stück voll Bitterkeit, deftig inszeniert und frivol ländlich gespielt!

Mit
Sepp Brauchart, Günther Diem, Astrid Maier-Ferra, Gerd Wilfing und Julia Zach

Bühnenbau
Francis Kügerl

Technik
Peter Michelitsch

Regie-Assistenz
Katrin Engelbogen

Bühne & Regie
Alexander Mitterer

Pressestimmen

Kleine Zeitung, 15.12.2012:

Holzers Peepshow in der heilen Welt
Herzl fürs Bauerntheater beleben die Wirtschaft.
DEUTSCHLANDSBERG. In die Stubn eini schaun ist beim Erbhof in Trahütten gang und gäbe. Nur lassen die Schaulustigen außer ihrer Notdurft nichts da. Erst beim touristischen Clou am Zenit des Galgenhumors klingeln die Kassen: Bauerntheater direkt vom Häusl aus. Fahnen mit Herzl-Gucklöchern auf Augenhöhe machen die Zuschauer im Theaterzentrum zu Voyeuren einer mit Heile-Welt-Klischees gespickten "Heidi"-Schmonzette. Dass "Holzers Peepshow" des Schweizers Markus Köbeli ein verzweifelter Showdown ist, diagnostiziert Regisseur (und ORF-Tatort-Kommissar) Alexander Mitterer wundbrandig mit Günther Diem als komatösem Opa, Sepp Brauchart als einsilbig wütendem Altbauern, Astrid Maier-Ferra als einfältiger Leidensgattin sowie den gegängelten Jungen Julia Zach und Gerd Wilfing. Stilechte Bauernbühne und Live-Volkslied kontrastieren das Geschäft mit Kitsch und den Generationenkonflikt, dessen Preis Verlust der Identität ist. Ideal für eine kulturelle Landpartie! EWS

Steirer Krone, 15.12.2012:

Heimatklischees für die Spanner
Im Kampf gegen den Untergang der Provinz gilt der Tourismus oft als letzter Ausweg. So auch in Markus Köbelis Komödie „Holzers Peepshow“, in der eine Bergbauernfamilie mit den Mitteln des Theaters gegen das eigene Verschwinden ankämpft. In der Regie von Alexander Mitterer zu sehen im TZ Deutschlandsberg.
Die Familie Holzer lebt inmitten unberührter Natur. Zukunftsperspektiven gibt es in dieser traumhaften Alpenkulisse jedoch kaum noch und die vielen Touristen in der Region, bleiben vor ihrem Hof nur stehen, um ins Gebüsch zu pinkeln und dabei durchs Fenster in die Stube zu stieren. Sie wollen ländliche Idylle hautnah erleben, also beschließen die Holzers, ihnen diese vorzugaukeln. Und plötzlich ist aus der Tristesse großes Theater geworden und der Rubel beginnt zu rollen.
Dass Markus Köbelis Stück um die selbe Zeit entstanden ist wie die „Piefke-Saga“ ist ihm hie und da anzumerken und manche seiner Beobachtungen wirken heute etwas überholt. Aber das Team rund um Regisseur Alexander Mitterer hat die zwischen brachialen Pointen, grenzenlosen Überzeichnungen und pfeilscharfen Analysen schwankende Komödie sehr gut ausgelotet und mit vielen kleinen Ideen angereichert.
So bedient es sich etwa eines kleinen Bühnentricks, um aus den Besuchern seiner Produktion eben jene touristischen Spanner zu machen, die im Stück von den Holzers mit einer Flut an Klischees bedient werden. Und damit wird auch das Theater als Verhandlungsort und Multiplikator dieser Klischees in Frage gestellt.
Das Resultat ist ein unterhaltsamer Abend, der abseits seiner ausgeprägten Humorigkeit durchaus auch große Fragen aufwirft und sie dem Publikum mit nach Hause gibt. Zu sehen bis 12. Jänner im TZ Deutschlandsberg. CH

Medien