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Ein idealer Gatte

nach Oscar Wilde

Der Abgeordnete Robert Chiltern und seine Ehefrau Gertrud sind ein ideales Vorzeigepaar: Moralisch integer, absolut prinzipientreu und leider etwas langweilig. Das Gefährliche an Idealen ist jedoch, dass sie ziemlich leicht ins Wanken geraten. Besonders gefährlich wird es, wenn eine skrupellose und attraktive Frau wie Mrs. Cheveley ihre Finger im Spiel hat: Schnell ist es dann vorbei mit der moralischen Integrität und der Prinzipientreue … Zum Glück aber auch mit der Langeweile.
Mit pointierten Dialogen, brillantem Witz und einer turbulenten Handlung entlarvt Oscar Wilde in der - wie er selbst sagt - besten seiner Gesellschaftskomödien die Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit, serviert in einem schillernden Cocktail aus Vertrauen, Korruption, Politik, Macht und Liebe.

Mit
Sepp Brauchart, Laura Kainz, Robert Reichel, Christa Schmelzer-Ziringer, Larissa Semlitsch, Verena Suppan und Gerd Wilfing

Bühne
Barbara Diem-Fischer

Bühnenbau
Francis Kügerl

Kostüme
Barbara Diem-Fischer & Verena Suppan

Technik
Peter Michelitsch

Produktionsleitung
Gerd Wilfing

Regie-Assistenz
Julia Zach

Regie
Marc Lippuner

Pressestimmen

Steirer Krone, 18.12.2015:
Klammeraffen auf ihrem Podest
Lügen, immer wieder Lügen! Oscar Wildes Komödien-Klassiker "Ein idealer Gatte" ist ein pointierter Reigen der gut gemeinten Un- und Halbwahrheiten. Regisseur Marc Lippuner inszeniert ihn im theaterzentrum deutschlandsberg als Ur-Seifenoper mit Anklängen an "Denver Clan" und "Downton Abbey".
Wenn Oscar Wilde der Gesellschaft den Spiegel vorhält, ist alles da, was eine gute Seifenoper braucht: Dem Vorzeige-Paar Getrude und Robert Chiltern (Larissa Semlitsch und Robert Reichel) wird von der manipulativen Mrs Cheveley (Verena Suppan) die Grenze ihrer Makellosigkeit aufgezeigt. Dandy Lord Arthur (Gerd Wilfing) und die ungestüme Miss Mabel (Laura Kainz), werden ebenfalls in die Intrige involviert. Lord Caversham (Sepp Brauchart), Lady Markby und der Diener Phipps (beide: Christa Schmelzer-Ziringer) vervollständigen den Reigen.
Es ist eine Gesellschaft voller Klammeraffen, die jene Podeste nicht loslassen wollen, auf die sie von anderen gestellt wurden. Denn die großen Erwartungen, die so manche Figur meint, das andere von ihr hätten, macht den Intrigantenstadl um Geld, Macht und Liebe, der den Kern dieses Klassikers bildet, erst möglich.
So ist es nur schlüssig, dass Regisseur Marc Lippuner die Handlung auf einen podestartigen Laufsteg (Barbara Diem-Fischer) zwängt, von dem sich die DarstellerInnen stets gegenseitig in die Tiefe zu stürzen drohen. Das Resultat ist ein slapstickartiger Tanz am Abgrund mit Anklängen an moderne Seifenopern. Den Takt für diesen unterhaltsamen Reigen freilich geben Wildes unsterbliche Dialoge vor - das Ensemble tanzt ihn mit herrlichem Esprit!
Christoph Hartner

Kleine Zeitung, (online 18.12.2015):
Gelungener "Idealer Gatte" lockt nach Deutschlandsberg
Deutschlandsberg und Oscar Wildes Komödie sind eine Reise wert. Teils politisch, teils ironisch wird hier das Verhältnis von Moral und Macht auf eine unterhaltsame Probe gestellt.
Der junge Sir Robert Chiltern (Robert Reichel) ist der Mann der Stunde: Er gilt als perfekter Ehemann und ihn erwartet eine große Karriere in der Politik. Wie seine Frau Gertrude (Larissa Semlitsch) glänzt er durch Integrität und hohen moralischen Anspruch. Prinzipientreu und auch ein bisschen langweilig. Es braucht den Besuch der ebenso intriganten wie verführerischen Laura Cheveley (Verena Suppan), um die vermeintliche Makellosigkeit aufzubrechen.
Regisseur Marc Lippuner lässt sein großteils junges Ensemble über einen geschwungenen Laufsteg tänzeln, dessen beide Enden in kleine Inseln münden. Wenig Platz für Bewegungen, viel Platz für ein intensives Schauspiel mit feinem, klugem Humor. Dafür sorgt insbesondere Roberts Kumpel, der notorische Dandy Lord Arthur Goring, bemerkenswert dargestellt von Gerd Wilfing.
Oscar Wildes vielschichtige Komödie ist auf eine tiefgründige Art zeitlos. Feststellungen wie "früher hatten Skandale noch Stil" oder "Jugendlichkeit ist eine Kunst, die man keinesfalls bloß den Jungen überlassen kann" sind von erfrischender Aktualität und sprechen für den hohen Unterhaltungswert des Textes. "Ein idealer Gatte" als abwechslungsreicher, klug inszenierter Theaterabend ist eine Empfehlung wert.  
Daniel Hadler

Weststeirische Rundschau, 30.12.2015:
(...) Wer sich die neue Produktion entgehen lässt, hat viel versäumt! Die Schwierigkeit, jene Leichtigkeit zu erzeugen, die Komödien verlangen, ist hier durch Besetzung und Regie bestens gelungen. (...) In der treffsicheren Inszenierung von Marc Lippuner ließ Wilde hinter einer glanzvollen Oberfläche Abgründe auftun, die von politischen Intrigen aber auch von Liebe in der Londoner High Society handeln. Bonmots fordern Schlag auf Schlag die Zuschauer aber auch ganz ordentlich die Schauspieler.
Exzellent Christa Schmelzer-Ziringer in einer Doppelrolle als Lady Markby bzw. als Lord Gorings Diener, Verena Suppan als Skandal provozierende, verlogene Mrs Chevely, Larissa Semltisch als hypermoralisch verliebte Gattin, Laura Kainz als Miss Mabel sowie die Herrenbesetzung mit Sepp Brauchart als Lord Caversham, Gerd Wilfing als dessen Sohn und Prototyp eines Dandys und Robert Reichel als Sir Robert Chiltern, einem Politiker mit unangreifbarem Ruf aber einem schmutzigen Geheimnis. Bestens gelöst die Bühne, die sich wie ein Laufsteg zwischen zwei Inseln präsentiert und die dem hübsch ausgestatteten Ensemble bewusst eingeplante Enge für ihr Spiel bietet.

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