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Die Reichsgründer oder Das Schmürz

von Boris Vian

Der Südtiroler Regisseur Alexander Mitterer bring das Stück des französischen Schriftstellers, Musikers und Ingenieurs Boris Vian (1920-1959) auf die Bühne des Theaterzentrum Deutschlandsberg. Zuletzt war Mitterer in „Die Beichte“ von Felix Mitterer in einer Inszenierung des Theater kaendace in Deutschlandsberg zu sehen.

Eine ganz normale Familie auf der Flucht vor
einem Unbestimmten, alles durchdringenden
Geräusch: von Stockwerk zu Stockwerk,
von einer Wohnung in die nächste; der
Raum wird immer kleiner, immer
enger, die Einrichtungen immer
spärlicher. „Probleme? Wir
haben kein einziges Problem,
Gott sei Dank!“- die Harmonie
wird beschworen, das Ge-
räusch* ebenso ge-
leugnet wie ein
unerwünschter
Mitbewohner:
DAS SCHMÜRZ

Mit
Sepp Brauchart, Charly Diwiak, Astrid Maier-Ferra, Sarah Reinbacher, Esther Sternad und Gerd Wilfing

Bühne & Kostüme
Ernst Hubmann

Licht
Peter Michelitsch

Produktionsleitung
Gerd Wilfing

Regie-Assistenz
Verena Suppan

Regie
Alexander Mitterer

Pressestimmen

Kleine Zeitung vom 12. Mai 2005:

Höher steigen und tiefer fallen
Es haust ein Gespenst in Boris Vians Familienzelle.
DEUTSCHLANDSBERG. In welch noch so steril weiße Hausetage die Familie Dupont auch flüchtet, "Schmürz" verfolgt sie. Das amorphe Gespenst in oranger Montur (Bühne, Kostüme: Ernst Hubmann) lässt die in die Enge getriebene Gesellschaft tief fallen. Es ist das aus dem Gedächtnis Verdrängte, das sich nicht abschütteln lässt. Das Theaterzentrum bietet eine surreale Kopfnuss des 1959 jung verstorbenen französischen Ideologiezertümmerers Boris Vian. In der Regie von Alexander Mitterer, mit Sepp Brauchart als verkrustetem Sippen-Oberhaupt und mulmigem Licht (Peter Michelitsch) legt das außergewöhnliche Spiel im Erinnerungsjahr psychische Tiefenstrukturen frei. EWS

 
Kronen Zeitung vom 6. Mai 2005:

Sinnentleerte Schmürz-Angst
"Ich bemühe mich, möglichst an Dinge zu denken, von denen ich denke, dass andere nicht an sie denken", beschrieb Autor Boris Vian einst seinen künstlerischen Anspruch und seine Intention das Absurde für voll und vor allem ernst zu nehmen. "Die Reichsgründer oder Das Schmürz", das im Deutschlandsberger Theaterzentrum zur Premiere kam, ist ebenfalls voll mit - zumindest auf den ersten Blick - sinnentleerten Absurditäten, die Regisseur Alexander Mitterer wohl durchdacht auf die Bühne bringt: Druch beabsichtigt steriles "Aneinander-Vorbeispielen" macht er die egozentrische Engstirnigkeit von Vians Protagonisten deutlich, die aus Angst vor dem undefinierten Schmürz von Stockwerk zu Stockwerk hinauf in immer engere Wohnungen fliehen.
Das TZ-Ensemble weiß mit dem nicht sehr einfach zu spielenden Stoff überzeugend unverkrampft umzugehen. Auf unterhaltsame Weise schweigen Sepp Brauchart als strickender Patriarch und Astrid Maier als fahrige Mutter das Schmürz radikal tot. Esther Sternad als aufmüpfige Tochter, Charly Diwiak, Sarah Reinbacher und Gerd Wilfing sorgen für einen durchgehend runden Spannungsbogen. TS

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